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Juni 2007
Äthiopien
Zusammenfassung des Jahresberichts vom Attat Krankenhaus über die Aktivitäten im Jahr 2006
Das Attat Krankenhaus liegt 187 Km südwestlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Es ist seit 38 Jahren in Betrieb und gehört der katholischen Kirche Äthiopiens. Die Missionsärztlichen Schwestern haben das Krankenhaus ge-gründet und sind weithin in leitender Funktion. Das gesamte Projekt hat 162 MitarbeiterInnen. 51% der Einnahmen des Krankenhauses sind Patientenbeiträge, der Rest der Kosten wird durch Spenden gedeckt. 37% der Ausgaben sind für Gehälter und 17% für den Einkauf von Medikamenten. Das Krankenhaus ist die nächst höhere Überweisungsinstanz für 22 Gesundheitsstationen und Gesundheitszentren. Unser Einzugsgebiet umfasst 800 000 Einwohner.
In die Krankenhausambulanz kamen 66.213 Personen, dies ergibt in unserer 5-Tage-Woche einen Tagesdurchschnitt von 269 Personen. Die Hauptdiagnosen in der Ambulanz sind Malaria, Nierenleiden, Atemwegsinfekte, HNO- und Augenprobleme und Probleme im Verdauungssystem. Das Krankenhaus hat 65 Betten. Im Haus für Risikomütter gibt es 33 zusätzli-che Betten und 22 Betten in der Abteilung für fehl ernährte Kin-der. 5.742 Patienten wurden stationär behandelt. Die Belegungsrate betrug 85%. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 3,4 Tage. Der Hauptgrund zur Aufnahme sind Geburtshilfeprobleme, gefolgt von Infektionserkrankungen aller Art mit Malaria an erster Stelle. Die Haupttodesursachen bei den stationären Patienten waren wie auch im Vorjahr Malaria, Blutvergiftung und Lungenentzündung.
In unserem einfachen Operationssaal konnten 1145 große Operationen und 4 327 kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Die häufigste Operation ist ein Kaiserschnitt (426). Bei den kleinen Eingriffen steht das Ziehen kranker Zähne (1.205) an erster Stelle, gefolgt von Entropionoperation (Hilfe bei Ägyptischer Augenkrankheit). 1.553 Geburten fanden statt, davon waren 1.048 mit Komplikationen verbunden. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf ist die Hausgeburt die Regel, meist betreut von traditionellen, aber von uns geschulten, Hebammen (33 Frauen). Es wurden 5.961 HIV-Tests durchgeführt. Die Positivrate in der Gruppe, die sich z. B. vor der Heirat freiwillig testen lassen stieg von 3,8% auf 4,6%.
Attat hat ein großes integriertes Gesundheitsprogramm in Zusammenarbeit mit 28 umliegenden Dörfern. Zum Programm gehören "eine sichere Wasserversorgung" mit 132 Brunnen, die alle funktionsfähig sind und instand gehalten werden.
"Frauenarbeit": 2.416 Frauen sind in 25 Frauengruppen organisiert, ein Aspekt dieser Arbeit sind Kleinkredite aus dem "revolving fund", den die Frauen selbst verwalten. z. Zt. sind zinslose Darlehen in Höhe von 150-200 (ca. 20 Euro) möglich.
Es gibt 26 "Erste-Hilfe-Stationen", die mit von uns ausgebildeten Dorfgesundheitshelfern besetzt sind. Dort werden Bagatelleiden wie Kopfschmerzen, kurzzeitiges Fieber, Würmer, etc. behandelt. Dies erspart vielen Menschen den Weg in die Krankenhausambulanz. Diese Erste-Hilfe-Stationen sind nicht mit den professionell geführten Gesundheitszentren und Kliniken, die zu uns einweisen, zu verwechseln. An erster Stelle steht natürlich Gesundheitserziehung. Die behandelten Themen sind: AIDS, Tuberkulose, Impfungen, Sauberkeit, schädliche, traditionelle Praktiken, Familienplanung, Kinderversorgung, Toilettengebrauch, Durchfallerkrankungen, Malaria, Augenleiden usw.
Im Haus für Risikoschwangere stieg die Aufnahmerate von 404 Frauen auf 470 Risikoschwangere, davon haben in diesem Jahr alle ein gesundes Baby sicher zur Welt gebracht, davon 35,5% mit Hilfe eines Kaiserschnitts.
Im Zentrum für fehl ernährte Kinder wurden 83 Kinder mit einer Beleitperson aufgenommen und nach Besserung und Entlassung in den Dörfern nachbetreut. All unser Wirken hier ist durch das Teilen großzügiger Menschen möglich. Dank dafür.
AR unterstützt das Krankenhaus in Attat mit 4.000 Euro jährlich.
 Uganda
Auch die Missionsärztlichen Schwestern aus Uganda schicken uns regelmäßig Berichte Ihrer Arbeit. Schwester Joan Mary Doud schrieb uns aus Rubanda: Man hat dort im November "Nationale Impftage" durchgeführt, gegen Masern, Kinderlähmung und Würmer. Auch dort war man bislang der Meinung, dass eine Impfung gegen Masern entbehrlich geworden sei, aber sie sind doch wieder auf dem Vormarsch. Im Kampf gegen AIDS kümmert man sich inzwischen die Folgegeneration: Nachdem die Mütter (an AIDS) gestorben sind, werden die infizierten Töchter bzw. Söhne betreut bzw. behandelt. Auf dem Foto rechts werden diese Kinder zur "Anriretroviral-Therapie" abgeholt. Die antiretrovirale Therapie kann die Virusvermehrung im Körper verlangsamen, aber letztlich keine vollständige Heilung erreichen. Sie ist nur bei regelmäßiger Einnahme wirksam. Auch die MMS in Uganda werden von uns mit jährlich 4.000 Euro unterstützt (nicht nur für die Gesundheitsarbeit sondern auch für den Unterhalt des Jeeps).
"Nepal Vor drei Jahren hat AR erstmals die Aktion "Maiti Nepal" unterstützt. Diese führt - gemeinsam mit Anwälten, Sozialarbeitern und der Polizei - Informations- und Aufklärungskampagnen durch, die verhindern, dass Mädchen und junge Frauen auf die falschen Versprechungen von Schleppern hereinfallen. In Comicform werden Kinder über die Gefahren der Verschleppung informiert. Schulkinder berichten ihren Eltern und jüngeren Geschwistern in den Dörfern und tragen so zur Aufklärung bei. In diesem Jahr haben wir nochmals 2.000 Euro hierfür zur Verfügung gestellt.
Unsere Kontaktperson für dieses Projekt ist Gereon Wagener (Foto), der sieben Jahre lang in Nepal gelebt hat. In diesem Jahr nun ist er mit seiner Freundin zu einer mehrmonatigen Projektreise durch Afrika und Asien aufgebrochen. Die vorgesehene Reiseroute führt zunächst nach Marokko, Mauretanien, Kamerun und Uganda. Gut möglich das er aus einem der Länder ein neues Projekt für uns mitbringt.
AR-internNachdem wir bereits im letzten Zwischenbericht das "Knacken" der 500.000 Euro-Spenden-Grenze vermelden konnten, haben wir im März 2007 auch die 1 Million D-Mark überschritten. Danke!
Am 5.6. haben Peter Elling und Martin Dörnhaus die AR-Kasse 2006 geprüft und Alles für richtig befunden.
| Kassenbestand am 1.1.2006 | 1.275,13 € |
| + Spendeneinnahmen | 28.290,44 € |
| + Habenzinsen | 16,17 € |
| - Ausgaben für Projekte Details | 26.952,17 € |
| - Kontoführungsgebühren | 71,99 € |
| + Erstattung Kontoführungsgebühren | 71,99 € |
| Kassenbestand am 31.12.2006 | 2.629,57 € |
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